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Rückkehr ins eigene Haus möglich?

#1

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Guten Tag,
ich habe eine Frage bzgl. einer möglichen Kündigung auf Eigenbedarf oder evtl. auch
wegen Hinderung an der wirtschaftlichen Verwertung. Folgendes ist passiert:

Im März 2011 vermietete ich möbliert eine Doppelhaushälfte an einen Mieter, der hier auf Montage arbeitet. Er wurde uns über eine Firma vermittelt, die auch den Mietvertrag ausstellte. Dieser Mieter wollte ursprünglich nur 17 Monate bleiben (jetzt schon über 2 Jahre), bis dahin wollte ich wissen, wie es mit dem Haus weitergehen sollte. Ich war 2009 an Burnout erkrankt und erholte mich kaum, dachte es liegt an den vielen Renovierungsmaßnahmen der letzten Jahre (Haus ist Bj. 1935). Ich zog mit Partner und Hund in eine Mietwohnung in die Nähe des Hauses um einmal zur Ruhe zu kommen.
Was als Erholung gedacht war, entpuppte sich als Horrortrip. Wir hatten die Vermieterin vorher
gefragt, ob dies ein ruhiges Haus wäre. Sie bejahte dies, aber trotzdem ist es das nicht. Details spare ich mir, nur so viel, dass hier mehrmals wöchentlich nachts im Hausflur Gebrüll und Geschrei stattfindet.
Im September erkrankte ich erneut und das veranlasste mich dazu, mich von dem Haus zu trennen,
um mit meinem Partner nach Hessen zu gehen, mit dem Eigenkapital dort ein freistehendes Haus im Grünen zu kaufen. Das Stadtleben bekam mir nach der Krankheit immer weniger. Den Arbeitsplatz musste ich dann auf ärztlichen Rat ebenfalls aufgeben. Ab 01.12. bin ich arbeitslos.

Im Oktober sprach ich dem Mieter die Kündigung aus, und zwar wegen Eigenbedarf zwecks Verkauf des Hauses. Im Mietvertrag stand eine Kündigungsfrist von 4 Wochen, deswegen kündigte ich dem Mieter erst so spät.
Er klärte mich dann auf, dass Vermieter eine 3 monatige K-frist einhalten müssen und er möchte eine neue Kündigung. Die gaben wir ihm auch, er widersprach sofort wegen Formfehler und weil der angegebene Grund nicht ausreichend wäre.
Zwischenzeitig sind wir an einem Verkauf des HAuses auch gar nicht mehr interessiert, da in den letzten Wochen viele Berichte über eine mögliche anstehende Währungsreform zu lesen waren. Unser Eigenkapital möchten wir deshalb in eine Immobilie eingebunden wissen.
Unsere Wohnung ist zum 31.12. gekündigt, eine Verlängerung wollte uns die Vermieterin nicht gewähren, als wir dann schließlich merkten, dass der Mieter nicht so schnell ausziehen wird. Wir ziehen deswegen im Dezember zu meiner Mutter in ein kleines Zimmer ein. Eine neue Mietwohnung wollen wir uns nicht mehr nehmen, da wir Angst haben, dass uns das wieder passiert. Außerdem kriegt man mit Hund auch kaum eine Wohnung. Unsere Möbel werden eingelagert.

Ich war bereits hier bei einem Anwalt und der riet mir, mich darauf zu berufen, dass eine Vermietung für uns unwirtschaftlich wäre. Das Schreiben habe ich schon aufgesetzt, aber es ist offensichtlich, dass wir finanziell gar nicht schlechter dastehen, durch die Mieteinnahme. Der Überschuss ist ca. 150 Euro. Jetzt kann ich doch nicht argumentieren, dass ich bald arbeitslos bin und gleichzeitig in Kauf nehmen, dass ich nach Einzug in das Haus weniger Geld habe als vorher.
Ich sträube mich, ihm diese Kündigung zu schicken, da es mir wenig logisch erscheint.

Ich habe vor, den Garten, das Grundstück für die Selbstversorgung zu nutzen. Und zwar für Obst- Gemüseanbau und Tierhaltung. Die Früchte könnte ich einkochen und das würde auch unsere
Kosten enorm senken. Habe ich eine Möglichkeit, ihm zum 28.2. wegen Hinderung an angemessener wirtschaftlicher Verwertung zu kündigen? Oder kann er dann sagen, dass ich ruhig
den Garten bewirtschaften und umgestalten kann, während er dort wohnt? Die Vermietung an ihn
wäre schließlich kein Hinderungsgrund. Ich bin mir unsicher und wollte fragen, ob Sie mich da aufklären könnten. Ich würde dann ein neues Schreiben aufsetzen, Sie aber gleichzeitig nach erfolgter Anmeldung bitten, dies auf seine Richtigkeit zu prüfen. Auf keinen Fall möchte ich nochmals einen Formfehler machen.
Ich hoffe, Sie können mir helfen. Vielen Dank schon mal im voraus.
Brigitte

Geschrieben am: 22 November 2011 - 11:52

BrigitteB

#2

    Rechtsanwalt

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Guten Tag,

ich befürchte, dass sich Ihre Angelegenheit nicht für das Forum eignet. Denn es geht um eine Rechtsberatung in einem konkreten Einzelfall, die wir nicht kostenlos erbringen dürfen und auch nicht wollen. Ob, mit welcher Frist und mit welcher Begründung hier eine Kündigung wegen Eigenbedarfs möglich ist oder ob auch andere Beendigungsründe denkbar sind, lässt sich ohne eine Prüfung des Mietvertrages und der gewechselten Korrespondenz nicht einschätzen. Wenn Sie an einer Beratung durch unsere Kanzlei interessiert sind, melden Sie sich bitte telefonisch oder per E-Mail bei mir.

Mit freundlichen Grüßen,
Marco Rössel

Telefon +49 - 69 - 24 26 62 - 37
E-Mail Marco.Roessel@luebeck-gruppe.de

Geschrieben am: 23 November 2011 - 11:32

Marco Rössel