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Auto nach 2,5 Jahren nicht zu reparieren

#1

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Hallo,
im Mai 2005 kaufte ich mir einen neuen Citroen Berlingo. Das Auto lief soweit auch zufriedenstellend. Im Sommer diesen Jahres zeigte sich zunächst selten, dann aber immer öfters folgender Fehler: Beim Hochschalten steigt die Drehzal nach Gaswegnahme und Auskuppeln um bis zu 1000 U/min an! Der Motor heult richtig auf. Bei der demnächst fälligen Inspektion bat ich um Reparatur des beschriebenen Mangels. Inzwischen sind mehr als 3 Monate vergangen, der Mangel konnte trotz mehreren Versuchen nicht behoben werden. Citrön Deutschland sagt, für diesen Fehler gibt es keine techn. Abhilfe. Ich gehe davon aus, dass ein Auto nach 2,5 Jahrem bei üblichem Gebrauch und normaler Fahrleistung zu reparieren sein muss. Ich unterstelle mal diese Produkteigenschaft. Kann ich Ansprüche gegen den Händler oder Hersteller diese Fahrzeuges geltend machen, was ist hierfür die Rechtsgrundlage? Pleaze help!!!!!!!!!!
Vielen Dank im Voraus!

Geschrieben am: 19 November 2007 - 05:47

GrossGerauer

#2

    Rechtsanwalt

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Hallo,

die Gewährleistungsansprüche bei Kaufverträgen sind in den §§ 437 ff. BGB geregelt. Die Ansprüche richten sich gegen den Verkäufer des Fahrzeugs. Im Kaufvertrag müsste ersichtlich sein, ob hier der Händler der Verkäufer war oder - was auch vorkommt - eine Niederlassung des Herstellers. Produkthaftungsansprüche, die eine Verletzung von Personen oder eine Beschädigung anderer Sachen voraussetzen, dürften ausscheiden.

Gem. § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB verjähren Mängelansprüche aber regelmäßig nach 2 Jahren ab Übergabe; diese waren nach Ihrer Darstellung bereits abgelaufen, bevor der Mangel erstmals auftrat. Das hieße, dass der Verkäufer die Mangelbeseitigung unter Verweis auf die abgelaufene Gewährleistungsfrist verweigern könnte. Eventuell gibt es besondere Garantiebestimmungen des Herstellers, die über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen; dies müsste gesondert geprüft werden.

Grüße,

Marco Rössel
Rechtsanwalt

Geschrieben am: 23 November 2007 - 10:10

Marco Rössel

#3

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Hallo
und vielen Dank für die Antwort!
Zunächst nochmals zur Verdeutlichung: Es geht darum, daß dieses Auto nach 2,5 Jahren und einem Kilometerstand von weniger wie 50.000 km nicht mehr zu reparieren ist. Die Kosten der Reparatur würde ich ja zahlen. Liegt da nicht so etwas wie eine arglistige Täuschung vor, wenn man einen Neuwagen kauft, der kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfrist nicht mehr zu reparieren ist. Hätte der Verkäufer mich denn nicht auf diese Möglichkeit hinweisen müssen.
Es kann ja wohl nicht sein, dass ein Auto (nichts bewegt Sie wie Citrön) nach 2,5 Jahren nicht mehr zu gebrauchen ist und eigentlich entsorgt gehört.
Wohlgemerkt, es geht hier nicht um die Kosten für die Instandsetzung. Am Fahrzeug wurde über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten herumrepariert, ohne daß sich der Zustand verändert hätte!

Geschrieben am: 06 Dezember 2007 - 07:10

Gross-Gerauer