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Gmbh Anteile

#1

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Hallo.
Vieleicht könnt ihr mir helfen. Vor zwei Jahren gründete mein Chef, bei dem ich auf selbständiger Weise arbeitete eine Gmbh ( Stammkapital 25.000€.an der er mich zu 15% beteiligte. Wir machten eine Bargründung,d.h. die Hälfte des Geldes war sofort fällig und die andere hälfte nach Eintragung in das Handelsregister.also für mich insgesamt 3.750€. Nach einem Jahr, die Gmbh hatte noch keinen Umsatz gemacht und mein Chef schmiss das Geld zum Fenster raus ...Anwälte, Reisen etc.Das Geld wurde immer knapper, aber mein Chef ( schon bereits 77 Jahre) erkannte wohl den Ernst der Lage nicht. Als bereits fast das Geld verbraucht war, überschrieb mein Chef mir und einem Mitgesellschafter nochmals 25%. Also hatte ich dann 40%. Fur die Anteile wollte er einen nominalwert, also seine Einlage von 6.250€, zu zahlen, wenn die Gesellschaft Geld abwirft in monatlichen Raten. Leider konnte ich den karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen und bereit 1.5Monate später mussten wir einen Insolvenzantrag stellen.Dieser wurde jedoch mangels Masse abgelehnt. Meine Frage: Jetzt nach einem Jahr möchte mein früherer Chef das Geld von mir haben. 6.250€ für etwas, das schon nichts mehr wert war. Bin ich verpflichtet ihm das zu zahlen..
Danke euch im vorraus

Bitte helft mir

Ales

Geschrieben am: 04 Dezember 2007 - 07:31

alex

#2

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Guten Tag,

die Frage kann leider nicht abschließend beantwortet werden. Es kommt zunächst auf den notariell beurkundeten Vertrag über den Kauf und die Abtretung von GmbH-Geschäftsanteilen an. Welche Zahlungsvereinbarungen sind geregelt? Es muss auch berücksichtigt werden, dass Sie sich in Kenntnis der schlechten wirtschaftlichen Lage zur Zahlung verpflichtet haben. Dann können Sie sich unter Umständen nicht darauf berufen, die Anteile wären nichts mehr wert gewesen.

Mit freundlichen Grüßen,

Marco Rössel
Rechtsanwalt

Geschrieben am: 06 Dezember 2007 - 10:30

Marco Rössel

#3

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Vielen Dank Herr Rössel.

Weitere Erläuterungen, wie folgt.

Die Gmbh bestand aus 4 Gesellschaftern:

Herrn K( alleiniger GF) : mit 60% ( bereits in eimem Alter von 77)
Herr S : mit 15%
Alex : mit 15%
Herr H : mit 10% Stammkapital insgesamt : 25.000€

anhängend an die Gmbh war eine stille Beteiligung von Herrn K in Höhe von 50.000€ , die Herr K für seine geistige Vorarbeit haben wollte, die aber nie in die Gmbh bar eingeflossen sind
Herr K hatte eine Erfindung, die allerdings im Nichts verlaufen ist. Das gesamte Geld benötigte Herr K für Reisen sein gehalt und Anwaltskosten, Marketingkosten etc. die immer überdimensional hoch waren. kümmerte sich allerdings nicht darum, dass die Firma auch mal einen Umsatz machte.

Im Dezember 2005 wurde die Gmbh gegründet. bereits im Februar 2006, nach der Eintragung ins Handelsregister fing Herr K an das Geld aus dem Fenster zu werfen. Für mich stand meinefreiberufliche Existens auf dem Spiel, da ich bei Herrn K. schon vor der Gründung seine Büroarbeiten selbständig erledigte, und danach fast nur noch für Ihn und die Firma tätig war. Ich wurde nach Stunden bezahlt und schrieb Herrn K. am Ende des Monats eine Rechnung. Auch die erste Einlage von mir war mein letztes Ersparnis.

Im Mai , nachdem wir merkten das es nicht besser wurde, versuchten ich und Herr S , Herrn K davon zu überzeugen den GF abzulegen. nach langen Diskussionen tritt Herr K zurück und überliss Herrn S die Geschäftsführung, wahrscheinlich hatte er gemerkt , das er der Aufgabe nicht gewachsen war.
Er wollte dann auch seine Anteile abtreten. und so kam es im Juli 2006 zur Übertragung der Anteile wie folgt

§2 Verkauf und Abtretung:
Herr K teilt seinen Geschäftsanteil auf in drei Geschäftsanteile, wovon einer auf € 2.500, und zwei auf € 6.250 lauten. Er verkauft an mich und Herrn S jeweils einen Anteil zu €6,250.
Die verkauften Anteile werden hiermit an die jeweiligen Käufer abgetreten, ohne Bedingung und unabhängig von der Zahlung des Kaufpreises. Das Gewinnbezugsrecht geht jeweils für das gesamte Geschäftjahr über.Als Kaufpreis wird hiermit jeweils der Nominalbetrag vereinbart. Die weiteres Absprachen zur Fälligkeit sind gesondert vereinbart.
Die nächste Zeile wurde bereits beim Notar gestrichen:
Jeder Käufer unterwirft sich der sofortigen Zwangsvollstreckung wegen des von ihm geschuldeten Kaufpreises. Vollstreckbare Ausfertigungen sind dem Verkäufer auf einseitigen Antrag ohne weitere Nachweise zu erteilen.

Gesondert wurde mündlich vereinbart, dass Herr S und ich ab Dezember 2006 Herrn K 500€ im Monat zurückbezahlen, wenn die Gmbh Umsatz macht.

Auch schriftlich wurde festgehalten , dass Herr S und Ich Herrn K ab Dezember 5oo€ bezahlen.

Bereits Ende Augugst mussten wir Insolvenz anmelden. Da auch Herr S als GF die GmbH noch mehr verschuldete und Sachen bestellte, mit der Kenntnis das wir diese gar nicht bezahlen konnten.

Ehrlich gesagt war ich blind und wollte im guten Glauben die Firma retten, und jetzt nach einem Jahr bekomme ich eine 2.Mahnung( eine erste ist nie gekommen) von Herrn K. Er fordert mich auch bis zum 15.12.2007 einen Notartermin mit ihm zu vereinbaren , bei dem ich ihm notariell beurkunde, dass ich bis 2012 in monatlichen Raten 6.250€ abbezahle. wenn nicht würde ein Mahnbescheid in der gleichen Höhe kommen.
Ehrlich gesagt fühle ich mich total über das Ohr gehauen. Hat ein GF nicht auch die Pflicht für Umsatz zu sorgen. Nur weil ein so alter Seniler Mann einen hohe Überzeugungskraft hat.
Ich weiss allerdings auch das er nicht das Geld hat um einen Anwalt geschweige denn Gerichtskosten zu bezahlen, das habe ich allerdings auch nicht. Seit einem Jahr bin ich wieder angestellt, habe aber auch noch Schulden ,von meiner Selbständigkeit abzubezahlen,ich weiss also nicht wie ich Herrn K das zahlen soll.

Gibt es irgeneine Möglichkeit. und was ist der Nominalwert.

Ich danke schon im vorraus für eure Antworten

Alex

Geschrieben am: 08 Dezember 2007 - 11:18

alex

#4

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Hallo Alex,

wichtig ist, was genau schriftlich zur Zahlung des Kaufpreises geregelt wurde. Stand die Zahlung von monatlich 500 Euro ausdrücklich unter der Bedingung, dass die GmbH Umsätze macht? Wahrscheinlich ist diese Abrede nicht schriftlich festgelegt; dann hätten Sie ein Beweisproblem. Ohne eine detaillierte Beschäftigung mit den Unterlagen, insbesondere den Geschäftszahlen der GmbH, sehe ich auch noch keinen Ansatzpunkt, die Kaufpreisforderung als missbräuchlich einzuordnen. Denn Sie kannten die Lage der GmbH, als Sie den Geschäftsanteil übernommen haben.

Der Nominalbetrag ist die Höhe des Geschäftsanteils, hier also 6.250 Euro (der Geschäftsanteil hätte auch zu anderen - niedrigeren oder höheren - Preisen verkauft werden können).

Grüße,
Marco Rössel

Geschrieben am: 11 Dezember 2007 - 09:57

Marco Rössel