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Spanien Finanzierung

#1

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Hallo, mein Lebensgefährte (er ist Deutscher) hat eine Wohnung in Spanien gekauft bzw. den Kauf durch eine Bank finanziert. Er ist in Spanien verheiratet. Nun ist es so, dass er von seiner Frau getrennt bei mir in Deutschland lebt. Er arbeitet in Dänemark. Er möchte die Wohnung nun wieder verkaufen, was aber durch die momentane Krise in Spanien nicht so einfach ist. Selbst wenn er sie verkaufen könnte, würde eine Restschuld bleiben. Wie könnte er das Problem lösen? Er muss monatlich eine sehr hohe Rate zahlen. Mit seiner Frau ist er sich einig, dass die Wohnung abgeschafft werden soll. Desweiteren wäre es auch interessant was sinnvoller wäre zwecks Scheidung. Sollte man lieber warten bis das mit der Wohnung geklärt ist oder sollte man sich vorher scheiden lassen?

Geändert von sunny13082809 am: 15 Februar 2014 - 10:09


Geschrieben am: 15 Februar 2014 - 09:31

sunny13082809

#2

    Rechtsanwältin, Abogada, LÜBECK

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[size=3]Hallo Sanny,[/size]
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[size=3]Ihre Frage bezüglich der Finanzierung in Spanien ist nicht einfach zu beantworten.[/size]
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[size=3]Wir gehen davon aus, dass die Wohnung - wie in Spanien üblich - mit einer Hypothek belastet ist. Sollte die Wohnung mit dem noch offenen Hypothekenbetrag verkauft werden, kann die Hypothek nicht gelöscht, sondern nur deren Hauptsumme reduziert werden, so dass die Immobilie nicht lastenfrei übertragen bzw. verkauft werden kann. [/size]
[size=3]Das einzige, was Sie machen könnten, ist mit der Bank eine alternative Finanzierungsmöglichkeit zu vereinbaren. [/size]
[size=3]Sie könnten der Bank eine andere Garantie für die Restschuld anbieten z. B. die Pfändung von Aktien. In diesem Fall könnte die Bank die Hypothek auf Ihrer Wohnung löschen.[/size]
[size=3]Bezüglich Ihrer Frage, ob die Immobilie vor oder nach der Scheidung verkauft werden sollte, ist zunächst zu überprüfen, in welchem Güterstand die Eheleute verheiratet sind bzw. waren.[/size]
[size=3]Ob sie nach dem gesetzlichen spanischen Güterstand (Errungenschaftsgemeinschaft) oder dem deutschen Güterstand (Zugewinnausgleich) verheiratet sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab: [/size]
[size=3]Haben beide Eheleute die deutsche Staatsangehörigkeit, so sind sie nach dem deutschen gesetzlichen Güterstand verheiratet unabhängig davon, ob sie in Spanien oder in Deutschland gelebt haben.[/size]
[size=3]Wenn die Ehefrau nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat und die Eheleute nur in Spanien gelebt haben, sind sie nach dem spanischen Güterstand der Errungenschaftsgemeinschaft verheiratet.[/size]
[size=3]In diesem Fall ist als zweiter Schritt zu prüfen, ob die Wohnung vor der Ehe von Ihrem Freund erworben wurde. Sollte dies der Fall sein, fällt die Wohnung in dessen Privateigentum, d.h. die Wohnung - und die damit verbunden Schulden - gehört nur Ihrem Freund. Er könnte die Wohnung also jederzeit ohne die Zustimmung seiner Ehefrau verkaufen. Den Verkaufsgewinn muss er nicht mit seiner Frau teilen, so dass es unerheblich ist, ob er die Wohnung vor oder nach der Scheidung verkauft. [/size]
[size=3]Wurde die Wohnung jedoch nach der Eheschließung gekauft, gehört sie der Errungenschaftsgemeinschaft bzw. beiden Eheleuten, so dass die Wohnung auch nur mit Zustimmung der Ehefrau verkauft werden kann.[/size]
[size=3]Der Verkaufserlös muss geteilt werden. Spätestens bei der Scheidung wird die Errungenschaftsgemeinschaft aufgelöst und die Wohnung ist zu verkaufen, sofern es keine andere Möglichkeit der Teilung gibt.[/size]
[size=3]Sollten die Eheleute unter dem deutschen gesetzlichen Güterstand verheiratet sein und die Wohnung von Ihrem Freund allein gekauft worden sein, kann er die Immobilie jederzeit ohne die Zustimmung der Frau verkaufen, es sei denn, die Wohnung stellt das einzige Vermögen dar.[/size]
[size=3]Auf jeden Fall muss er seiner Ehefrau den angefallenen Zugewinn auszugleichen.[/size]
[size=3]Der Anspruch der Ehefrau auf Zugewinn verjährt drei Jahre nach der Scheidung[/size]

Geschrieben am: 28 Februar 2014 - 02:37

molinoortega