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Weisungsrecht Schauspieler

#1

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Hallo,

ich schreibe eine Hausarbeit über den arbeitsrechtlichen Status von Schauspielern. Eine Frage, zu der ich noch keine hilfreichen Antworten gefunden habe, sind die Grenzen des Weisungsrechts bei Schauspielern. Es geht darum, ob ein Schauspieler gezwungen werden kann gefährliche oder Nacktdarstellungen zu erfüllen?
Für Infos über Rechtsgrundlagen wäre ich sehr dankbar!!!!!

Geschrieben am: 07 Mai 2014 - 08:16

studentin

#2

    Rechtsanwältin

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[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]Hallo,[/font][/size]

[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]die Frage ist sehr speziell und ohne weitere Recherche wohl nicht ausreichend beantwortbar. Grundlagen sind in jedem Fall die Arbeitsverträge, Regelungen zum Weisungsrecht eines Arbeitgebers finden sich in § 106 GewO.[/font][/size]
[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]Wie weit dieses im speziellen Fall eines Schauspielers geht kommt immer auf den Einzelfall an und bedarf wohl einer Abwägung der widerstreitenden Grundrechte (Persönlichkeitsrechte, Kunstfreiheit, Berufsfreiheit).[/font][/size]

[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif][color=#000000]Das BAG ([/color]Urteil vom 13. 6. 2007 - 5 AZR 564/06; [color=#000000]NZA 2007, 974)[/color][color=#000000] hat Folgendes zum Umfang des Weisungsrechts gegenüber Filmschauspielern entschieden (Orientierungssätze der Richter des BAG):[/color][/font][/size]

[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]1. Welche Arbeit der Arbeitnehmer zu leisten hat, ergibt sich in erster Linie aus dem Arbeitsvertrag. Der Arbeitgeber kann Inhalt und Umfang der Arbeitspflicht kraft seines Weisungsrechts im Rahmen des jeweiligen Arbeitsvertrags festlegen (§ 106 GewO). Hiernach richtet sich auch, inwieweit ein Filmschauspieler Änderungen an seiner arbeitsvertraglich vorgesehenen Filmrolle hinnehmen muss.[/font][/size]
[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]2. Die Vertragspartner bestimmen selbst über den Ausgleich ihrer gegenläufigen Interessen und grundrechtlich geschützten Positionen. Bei der Vertragsauslegung ist die Bedeutung der Freiheit der künstlerischen Betätigung für beide Vertragspartner angemessen zu berücksichtigen.[/font][/size]
[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]3. Danach war im Streitfall mit der Übernahme der Rolle in einem zu produzierenden Film nicht die Festlegung auf ein bestimmtes Drehbuch verbunden. Fester Vertragsbestandteil war aber der Kern der vorgesehenen Rolle unter Berücksichtigung des Rollenprofils der Schauspielerin.[/font][/size]
[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]4. Das Transparenzgebot verlangt von dem Verwender nicht, alle möglichen Konkretisierungen der Arbeitspflicht und des Weisungsrechts ausdrücklich zu regeln. Vielmehr ist das Weisungsrecht Ausfluss und Folge der vertraglichen Festlegung der Arbeitspflicht. Die Vertragsparteien können es dabei belassen.[/font][/size]

[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]Ich hoffe, das hilft ein wenig. Viel Erfolg für die Hausarbeit.[/font][/size]

[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]Mit freundlichen Grüßen,[/font][/size]
[size=3][font=arial,helvetica,sans-serif]Jana Burek-Fürstenow[/font][/size]

Geschrieben am: 22 Mai 2014 - 12:17

BurekFuerstenow