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Internetauktion - Falschlieferung durch Händler

#1

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Bei ***kauf wurde kürzlich ein neuer Artikel angeboten.
Verkäufer = gewerblicher Händler, Käufer = Privatperson

Artikelbeschreibung und Bild stimmten überein. Es gab keinen Hinweis auf "Abbildung ähnlich", auch wurde die Gewährleistung nicht ausgeschlossen oder auf mögliche Irrtümer hingewiesen.
Der Artikel ist ein Möbelstück, welches schon lange und auf unabsehbare Zeit weiterhin bei anderen Versandhäusern zu einem Preis von 200,00 euro regulär zu erwerben ist.

Der Artikel wurde für 60,00 euro ersteigert und vom Käufer bezahlt.
Der Versand der Ware erfolgte duch den Verkäufer umgehend.
Geliefert wurde ein jedoch ein ähnicher Artikel, welcher rund 350,00 euro im regulären Handel kostet.
Der Käufer hat sich telefonisch mit dem Verkäufer in Verbindung gesetzt und die Falschlieferung beanstandet.
Der Verkäufer wurde darauf hingewiesen, dass er eine Nacherfüllungspflicht hat. Komme er dieser nicht nach, so würde der Käufer den angebotenen Artikel sich bei einem Versandhaus bestellen (Deckungskauf) und dem Verkäufer den Mehrpreis (Differenz Katalogpreis minus e*kauf-Preis, also 140,00 euro) als Schadensersatz in Rechnung stellen.
Per eMail wurde dem Verkäufer eine Frist von 10 Tagen gesetzt.

Die Antwort des Verkäufers lies nicht lange auf sich warten. Anwaltschreiben!

Zitat: Unsere Mandantin hatte über ihren ***kauf-Account u.a. ein Möbelstück angeboten. Dieses hatten Sie am 01.06.2008 erworben und nach Bezahlung des Kaufpreises in Höhe von 60,00 euro am 05.06.2008 die Ware erhalten. Tatsächlich zeigte sich, dass unserer Mandantin hinsichtlich der Artikelnummer ein Fehler unterlaufen war. Sie erklärte sich bereit, den Artikel abzuholen und den Kaufpreis zu erstatten. Sie bestehen jedoch auf Nacherfüllung, z.B. durch Kauf bei einem Versandhaus. Das falsch gelieferte Möbelstück wollen Sie solange als Pfand einbehalten. Diese Art der Nacherfüllung lehnt unsere Mandantin (Verkäufer) ab.
Dieses Recht steht dem Verkäufer zu, wenn die Nacherfüllung nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist (§439 Abs. 3 BGB). Die Nacherfüllung würde ein Vielfaches des verinbarten Kaufpreises kosten, was sicher den Tatbestand der Unverhältnismäßigkeit erfüllt. Unserer Mandantin steht insoweit auch das Leistungsverweigerungsrecht des § 275 Abs.2 BGB zu.
Sollten Sie die versehentlich gelieferte Ware beahlten wollen, so wäre hier im übrigen an eine Störung der Geschäftsgrundlage §313 BGB mit den gesetzlich geregelten Folgen zu denken.
usw usw usw

Wo ist der Fuss, mit dem mal wieder die Rechte des Verbrauchers getreten werden?
Wer möchte dem Recht mal gerne den Weg weisen?

Als Privatperson ohne jeglichen Schutz für jegliche Hilfe dankbar !!!

Geschrieben am: 25 Juni 2008 - 11:34

help

#2

    Rechtsanwalt

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Guten Tag,

es liegt eine Falschlieferung vor, die gem. § 434 III BGB einen Mangel darstellt. Dies berechtigt Sie, vom Verkäufer die Lieferung einer mangelfreien Sache zu verlangen. Für eine Verweigerung der Nachlieferung wegen unverhältnismäßig hoher Kosten sehe ich eigentlich keinen Raum. Denn bei der Abwägung kommt es auf den Wert der mangelfreien Sache an, nicht auf den Kaufpreis. Außerdem erhält der Verkäufer die falsch gelieferte Sache ja zurück.

Gesetzlich ist außerdem geregelt, dass der Käufer die falsch gelieferte Ware erst nach Erhalt der nachgelieferten Ware zurückgeben muss (§ 439 IV BGB).

Mit freundlichen Grüßen,

Marco Rössel
Rechtsanwalt

Geschrieben am: 26 Juni 2008 - 08:44

Marco Rössel