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Erbrecht

#1

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Hallo,
habe eine Frage zum Erbrecht. Der Sachverhalt stellt sich folgendermaßen dar:
Der Erbe (die Ehefrau des Verstorbenen) erbt die Hälfte des gemeinsamen Hauses die andere Hälfte gehört der Ehefrau. Das Problem liegt darin das der Verstorbene Schulden hinterlassen hat und die Gläubiger die Zwangsvollstreckung betreiben (Zwangshypothek) Welche Möglichkeiten haben die Gläubiger in die Hälfte der Ehefrau zu vollstrecken? (ich denke keine) und können die gläubiger die Zwangsverste4igerung erwirken obwohl nur in die Hälfte des Hauses vollstreckt werden kann.
Vielen Dank für einen Hinweis.

Geschrieben am: 04 September 2008 - 01:30

karlcgn

#2

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Guten Tag,

Ihrer Frage entnehme ich, dass das Erbe angenommen wurde, richtig? Dann hätte sie neben dem Grundstück aber auch die Schulden geerbt.

Außerdem sollte man wissen, dass Gläubiger anstelle eines Miteigentümers die Teilungsversteigerung beantragen können (indem sie den entsprechenden Anspruch pfänden und sich überweisen lassen). Das gesamte Grundstück kann sodann verwertet werden und der Erlös wird entsprechend der Beteiligungen geteilt.

Mit freundlichen Grüßen,

Marco Rössel
Rechtsanwalt

Geschrieben am: 05 September 2008 - 10:48

Marco Rössel

#3

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Hallo Herr Rössel,
vielen Dank für Ihre Info. Das Erbe ist noch nicht angetreten wobei der Wert des hälftigen Hauses die Schulden übersteigt so ist es wohl nicht sinnvoll das Erbe auszuschlagen allerdings handelt es sich bei den Schulden um eine Leibrente die ja wahrscheinlich bei Antritt des Erbes mitvererbt würden. Gibt es hier nicht auch nach Antritt des Erbes jederzeit die Möglichkeit der Dürftigkeits- Einrede? Und kann das Haus auch dann Zwangsversteigert werden wenn dem Gläubiger nur ca 10% des Hauses gehören?

Beste Grüße

Geschrieben am: 05 September 2008 - 06:20

karlcgn

#4

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Guten Tag,

die Einrede der Dürftigkeit ist grundsätzlich losgelöst von einer Ausschlagung der Erbschaft zu betrachten (die Einrede setzt ja gerade voraus, dass jemand Erbe geworden ist). Dann schreiben Sie, dass der Gläubiger 10% des Hauses gehört; wie das? Wenn man eine Forderung nicht anders durchsetzen kann, ist die Einleitung einer Zwangsversteigerung grundsätzlich auch bei relativ kleinen Beträgen möglich, denn der Schuldner kann die Versteigerung ja durch Zahlung verhindern.

Grüße,
Marco Rössel

Geschrieben am: 08 September 2008 - 03:42

Marco Rössel