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Spanisches Recht / Grundstück

#1

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Hallo liebe Forenmitglieder,

folgender Fall beschäftigt mich. Meine Freundin hat in der Zeit, in der sie noch verheiratet war, ein Grundstück in Spanien gekauft, ausschließlich selbst bezahlt und ebenfalls ausschließlich 'allein' die Papiere unterzeichnet. Nach gültigem spanischen Recht wurde damals jedoch nach ihrem Familienstand gefragt und in der Folge ihr damaliger Ehemann zur Hälfte in die Papiere (Escretura) eingetragen. Wie gesagt hat er jedoch keinerlei Unterschrift geleistet und auch nichts bezahlt.

Seit einigen Jahren ist die Ehe nun geschieden.

Frage: Kann gegen Vorlage der Scheidungsurkunde der für ihren damaligen Ehemann eingetragene Anteil wieder aus der Escretura 'ausgetragen' werden ? Oder bedarf es hier der unbedingten Zustimmung ihres Ex-Ehemannes ?

Die Situation ist diejenige, dass der Ex-Ehemann keinerlei Beitrag zum Erwerb geleistet hat und insofern meine Freundin natürlich nicht noch Jahre nach der Scheidung sein Einverständnis für eine Austragung oder einen Verkauf einfordern möchte, da sich dieser über ein nachträgliches Zubrot freuen (und dieses auch einfordern) würde.

Über jeden Hinweis wäre ich Euch/Ihnen dankbar.

Viele Grüße

Schmiddy

Geschrieben am: 07 Januar 2009 - 03:44

Schmiddy

#2

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Guten Tag,

Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt hätte der damalige Ehemann Ihrer Freundin die „Escritura“ unterschrieben haben müssen.
Wenn er als Eigentümer der Hälfte dieses Grundstücks eingetragen ist, hat er entweder selbst die „Escritura“ unterschrieben oder die Unterschrift wurde von Ihrer Freundin im Namen ihres damaligen Ehemannes gemacht.

Ob er für den Kauf des Grundstuckes etwas bezahlt hat oder nicht, spielt keine große Rolle, falls er als Miteigentümer im Grundbuch eingetragen ist. Nach spanischem Recht gibt es in einem solchen Fall eine Rechtsvermutung, nach der beide Eigentümer zum Erwerb des Objektes eine bestimmte Leistung erbracht haben und beide die gleichen Rechte und Verpflichtungen bezüglich des Objekts haben.
In diesem Fall kann den Eigentumsanteil des Ex-Ehemannes nur mit seiner Zustimmung verkauft werden. Zu erwarten ist natürlich, dass er im Fall des Verkaufs seinen Anteil am erzielten Preis verlangen wird.

Mit freundliche Grüßen,

Sonia Garcia Ballarin
Abogada LL.M.

Geschrieben am: 08 Januar 2009 - 01:08

Sonia Garcia

#3

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Hallo liebe Sonia Garcia Ballarin, hallo Forum,


vielen Dank zunächst für die ausführliche Antwort. Das hat schon sehr weitergeholfen.

Der konkrete Fall: In der Escritura wurde nach dem Familienstand gefragt, den meine Freundin mit 'verheiratet mit X.Y.' angab. Er selbst hat keine Unterschrift geleistet (er war bei der Prozedur in Spanien nicht einmal anwesend) und sie hat lediglich einmal mit ihrem eigenen Namen unterschrieben (nicht etwa ein zweites Mal in seinem Namen in einem gesonderten Unterschriftsfeld).

Seinerzeit lief die Escritura zu je 1/3 Grundstückseigentum auf drei Geschwister, wovon eben eines meine Freundin ist. Sie wurde nun wir folgt verändert: Der Anteil einer der Geschwister sollte auf die anderen beiden verteilt werden, so dass das Grundstück hälftig den beiden verbliebenen Geschwistern gehört. In der neuen Escritura steht nun 'Y.Z. geschieden von X.Y.'.

Es wäre lieb, wenn Sie mir zu obigem Punkt noch eine Rückmeldung geben könnten, ob die Verhältnisse nun den Ex-Ehegatten beinhalten (weil er angegeben ist) oder nicht (weil er nicht unterschrieben hat und auch meine Freundin nur einmal unterschrieb).


Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.


Beste Grüße: Schmiddy

Geschrieben am: 12 Januar 2009 - 08:59

Schmiddy

#4

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Hallo Sonia Garcia, hallo Forum,


hat wer einen Tipp für die beschriebene Konstellation ?


Viele Dankesgrüße:

Lars

Geschrieben am: 23 Januar 2009 - 03:42

Schmiddy