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Autokauf im Kundenauftrag

#1

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Hallo. Ich brauche dringend rechtliche Hilfe.
Hierum geht es:
Am 14.01.09, also vor zwei Wochen, habe ich mir einen gebrauchten Opel Corsa gekauft. Das Auto habe ich von einem Händler gekauft. Seit dem ich das Auto habe, für welches ich 1150,00 Euro bezahlt habe, muss andauernd etwas repariert werden. Es fing an, dass ich neue Scheibenwischer brauchte, dann musste ich die Kabel vom Autoradio richten lassen, weil diese teilweise offen waren. Dann mussten die Bremsen und Stoßdämpfer ausgetauscht. Die Rechnung hierbei belief sich auf 453 Euro. Nach langem hin und her stellte sich der Händler bereit die Hälfte dieser Kosten zu übernehmen. Nun musste ich gestern noch die Spur einstellen lassen, da das Auto trotz neuer Teile immer noch nach links zog. Die Werkstatt gestern teilte mir dann mit, dass die gesamte Karrosserie des Fahrzeugs jenseits von Gut und Böse ist. Sie ist komplett durchgerostet und durchgefault. Es passen teilweise Fäuste durch die Löcher. Die Werkstatt meinte, dass ich so mit dem Wagen nicht fahren kann, der linke Reifen könnte schon wegbrechen während der Fahrt. Mir ist bekannt, dass ein Händler 1 Jahr Gewährleistungsfrist hat. Nun aber zu dem noch größeren Problem:
Im Kaufvertrag steht als Verkäufer ein ganz anderer Name, worauf der Händler mich nicht hingewiesen hat, ich bin davon ausgegangen, dass das der Name des Händlers ist, da er auch mit seinem Stempel unterschrieben hat und den Kaufbetrag von mir bar entgegen genommen hat. Das im Vertrag "Kaufvertrag zwischen zwei Verbrauchern" steht, ist mir erst später aufgefallen. Jetzt sagt der Händler, er hätte das Fahrzeug im Kundenauftrag verkauft und habe nichts damit zu tun. Mittlerweile hat mich das Auto insgesamt 1600,00 Euro gekostet, welches ich hart erspart habe! Außerdem wurde mir später von der Werkstatt mitgeteilt, dass der Wagen einen Unfall hatte und Import ist! Das hat der Händler mir alles Verschwiegen und meinte später dazu er hätte dies nicht gewusst.
Meine Frage: Bin ich im Recht, wenn ich von dem Händler verlange, dass er das Auto zurück nimmt und mir alle Kosten erstatten soll? Bitte um schnelle Antwort, da ich auch ein Fahrzeug benötige um auf die Arbeit zu kommen und ich die Sache schnell abwickeln will, da ich bereits nicht mehr schlafen kann.....
Vielen Dank schon mal.
MfG

Geschrieben am: 29 Januar 2009 - 09:07

Nevin

#2

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Guten Tag,

ohne Kenntnis des Kaufvertrages ist eine klare Antwort hier nicht möglich. Aber Sie schreiben ja selbst, dass nach dem Kaufvertrag der Händler nur als Vermittler des tatsächlichen Verkäufers aufgetreten ist. Deswegen möchte ich auf oflgende Punkte hinwiesen:

- Es ist nicht unüblich, dass ein Kfz-Händler Fahrzeuge von Dritten "in Kommission" verkauft. Der Vertrag kommt dann nicht mit dem Händler zustande und etwaige Ansprüche bestehen nur gegenüber dem Verkäufer.

- Ob der Händler hier seine tatsächliche Rolle verschleiern wollte, kann ich nicht beurteilen.

- In Verträgen zwischen Verbrauchern kann die Gewährleistung für Mängel wirksam ausgeschlossen werden; ob das in Ihrem Vertrag der Fall ist weiß ich nicht. Sie müssen sich zumindest fragen lassen, weshalb Sie die erheblichen Mängel nicht vorher bemerkt haben. Angesichts des niederigen Preises konnten Sie nicht erwarten, ein Fahrzeug im Top-Zustand zu erhalten. Der Gewährleistungsausschluss gilt zwar dann nicht, wenn ein Mangel arglistig verschwiegen wurde; dies kann ich nicht beurteilen.

Leider sehe ich anhand Ihrer Schilderungen nur wenig Chancen, gegen den Händler vorzugehen. Und dem Verkäufer müssten Sie das arglistige Verschweigen von Mängeln nachweisen.

Mit freundlichen Grüßen,

Marco Rössel
Rechtsanwalt

Geschrieben am: 29 Januar 2009 - 09:21

Marco Rössel

#3

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Hallo noch mal.
Der Händler hat mir nicht gesagt, dass er das Fahrzeug im Kundenauftrag verkauft. Dies steht auch nicht im Kaufvertrag drin. Er hat einfach einen anderen Käufernamen eingetragen, aber selbst vor meinen Augen unterschrieben. Mit Stempel. Als wir den Vertrag machten, fragte ich noch kurz vorher wie das mit Garantie aussieht. Daraufhin meinte er, dass eine Garantie extra kosten würde. Auch hier hat er nicht erwähnt, dass er im Kundenauftrag handelt und eine Gewährleistung ausgeschlossen ist. Er hat mich nur belogen. Hierführ habe ich auch meine Mutter als Zeugin. In den Vertrag steht leider wirklich, "Gewährung von Sachmängel ausgeschlossen". Ich habe auch keinen Neuwagen erwartet. Jedoch auch nicht, dass mir ein lebensgefährliches Fahrzeug angedreht wird. Der Karrosserieschaden wird erst ersichtlich, wenn man das Auto auf die Hebebühne hoch fährt.
Als der Händler die Stoßdämpfer, Bremsscheiben und -belege einbauen ließ, wollte er mich auch auf keinen Fall dabei haben. Er war auch extra in einer anderen Stadt in der Werkstatt um das machen zu lassen. Da mir das schon komisch vorkam, habe ich auch gestern in der Werkstatt die Rechnung überprüfen lassen. Die Rechnung ist zwar in Ordnung, aber warum er in einer anderen Stadt in der Werkstatt war und mich nicht dabei haben wollte, ist mir nun klar.
MfG

Geschrieben am: 29 Januar 2009 - 09:55

Nevin

#4

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Hallo,

ich gehe weiterhin davon aus, dass mit dem Händler wohl kein Vertrag zustande gekommen ist. Seine Unterschrift ändert daran nichts, da er ja als Vertreter des Verkäufers aufgetreten ist. Und spätestens aus dem von Ihnen unterschriebenen Vertrag ging die Vertragskonstellation hervor.

Mit freundlichen Grüßen,
Marco Rössel

Geschrieben am: 29 Januar 2009 - 05:44

Marco Rössel