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Kündigung von GmbH-Anteilen

#1

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Sehe geehrte Damen und Herren,

ich habe ein großes Problem:
In der Firma, in der Mein Mann arbeitete, liefen die Geschäfte (Einzelhandel Elektronik und Werkstatt) mehr schlecht als recht.
Der Geschäftsführer schloß eine Filiale nach der anderen und für den Fall, daß die "Banken den Hahn zudrehen und er von heute auf morgen Insolvenz anmelden muß, hat er die Idee geboren, wenigstens einen Teil der Belegschaft in eine neue GmbH "hinüberzuretten". Mein Mann sollte als Werkstattmeister dazugehören. Das war zumindest eine Alternative. Der damalige GF bot meinem Mann an, als Gesellschafter mit einzusteigen. Er wollte das aber nicht und da ich als kleine Selbständige eine Möglichkeit sah, ein 2. Standbein aufzubauen, bot ich an, anstelle meines Mannes mit 30% Anteilen einzustelgen.
In aller Eile wurde die Gesellschaft gegründet, notariell beurkundet und der Anteil von mir einbezahlt.
Das war Anfang Mai 2005.
Doch alles kam anderes als geplant:
Die Banken haben der alten GmbH wieder Geldmittel zur Verfügung gestellt, die neu gegründete kam nicht zum Arbeiten. Das schlimme daran, der GF hatte schon Räumlichkeiten gemietet, die Geld auffraßen und Jahr für jahr mußte eine Bilanz erstellt werden, worüber sich der Steuerberater sehr freut, es wird also die reine Geldvernichtung betrieben-bis heute!!!!
Ich habe bereits am 28.12.2006 meine Anteile fristgemäß gekündigt (ein Jahr im Voraus, also zum 1.1.2008), habe sie auch dem anderen Gesellschafter zum Kauf angeboten, bzw, gefordert, die Gesellschaft aufzulösen, da sie ja nie gearbeitet hat. Es bestehen keine Forderungen, so daß eine Auflösung kein Problem darstellen sollte.
Ich habe daraufhin ein Jahr lang nichts gehört und am 21.12.2007 ein weiteres mal einen Brief verfaßt, mit dem Hinweis auf meine fristgerechte Kündigung .
Bis heute ist nichts passiert. Weder die GmbH wurde aufgelöst , noch habe ich meine Anteile ausbezahlt bekommen, der GF behauptet, er habe sein Steuerbüro beauftragt, die schritte zur Auflösung der GmbH einzuleiten, aber bis heute weiß das Steuerbüro davon nichts, es handelt sich also um eine Hinhaltetaktik. Was ich nicht verstehen kann, ist folgendes: Es handelt sich doch auch zu 70 % um das Geld des anderen Gesellschafters (auf dem Papier der Sohn des GF), wenn also eine Fa. nur auf dem Papier besteht und das schon seit 4 Jahren, dann muß daran doch etwas "faul" sein!? Zwischenzeitlich gibt es die "alte" Firma schon lange nicht mehr, mein Mann hat also seine Arbeitsstelle wegen späterer Insolvenz trotzdem verloren, der GF hat ein Einzelunternehmen gegründet, weil die Banken einer GmbH kein Geld geben wollten.
Wie kann ich vorgehen, um endlich zu meinem Gesellschafteranteil zu kommen? Kann ich zum Gericht laufen und meinerseits den Antrag auf Auflösung stellen oder den GF auf Herausgabe meines geküdigten Anteils zwingen? Leider habe ich keine Rechtsschutzversicherung. Was kostet mich so ein Anwalt???
Vielleicht kann mir zunächst jemand Antworten?
I.Rother

Geschrieben am: 07 März 2009 - 08:19

Rother, I.

#2

    Rechtsanwalt

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Guten Tag,

ohne Kenntnis des aktuellen Standes der Gesellschaft, insbesondere des Gesellschaftsvertrages und der zwischenzeitlich gefassten Beschlüsse, lässt sich nur wenig sagen. Im Gesellschaftsvertrag müssten auch die Folgen einer Kündigung geregelt sein; dann wüsste man, gegen wen irgendwelche Ansprüche geletend gemacht werden müssten. Eine Auflösung müsste hingegen zunächst von den Gesellschaftern beschlossen werden. Sofern Sie die Gesellschaft wirksam gekündigt haben, könnten Sie die Auflösung wohl nicht mehr betreiben.

Die Kosten eines Anwalts sind unterschiedlich. Zumindest in unserer Kanzlei müssten Sie eine Stundenvereinbarung unterschreiben. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an marco.roessel@luebeck-gruppe.de.

Mit freundlichen Grüßen,
Marco Rössel

Geschrieben am: 09 März 2009 - 05:17

Marco Rössel