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Liebhaberei

#1

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Ich betreibe ein Restaurant, eine Bau-Firma und vermiete in größerem Stil. Ich habe 2 große Resthöfe gekauft und mit meiner Baufirma über 15 Jahre ausgebaut. Als letztes das Restaurant fast ohne Fremdfirmen.Nun hat der Betriebsprüfer die Baufirma zu Liebhaberei erklärt, da sie verständlicherweise seit Jahren nur Verluste produziert, allerdings auch immense Baukosten spart. Das ist klar anhand der geringen Baukosten zu erkennen. Er will es nicht anerkennen.Könnte hier die nachträgliche Darstellung der Tätigkeit über Innenumsätze helfen?
Oder was kann man dagegen tun ?
Meine Steuerberaterin hat mich sehenden Auges in mein Unglück laufen lassen, daß mich jetzt fast zum Hartz IV Empfänger gemacht hätte.Da haben sich 130000 € Steuernachzahlungen angesammelt. Kann ich sie haftbar machen? Wenn ja, wie weit zurück ?
Vielen Dank im Vorraus für die Antwort.

Geschrieben am: 21 Juli 2009 - 11:54

Henning

#2

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Um Haftungsfragen zu klären müsste man mehr darüber wissen, ob etwa falsche Berechnungen erfolgt sind oder ob es unterlassen wurde auf Nachzahlungen hinzuweisen (vorausgesetzt das eine solche Hinweispflicht besteht). Allein die Tatsache von Nachzahlungen ist kein Haftungsgrund.

Geschrieben am: 22 Juli 2009 - 07:32

Jens Liesegang

#3

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Sehr geehrter Herr Liesegang. Die Buchhaltung soll ja das wirtschaftliche Geschehen in Zahlen wiedergeben. Meine Firmenkonstellation ist ja durchaus gewinnbringend. Bei Verkauf würde dieser Gewinn sofort realisiert werden. Wenn auch steuerfrei, was mir aber nicht zum Vorwurf gemacht werden kann. Oder mittelfristig durch steuerpflichtige Mieteinnahmen. Wobei ja bei Vermietung ein weitaus größerer Betrachtungszeitraum von bis zu 30 Jahren üblich ist bevor hier über Liebhaberei nachgedacht wird.Insofern sehe ich es so, daß hier falsch gebucht wurde. Vor allem der Innenumsatz nicht gebucht wurde.

Geschrieben am: 22 Juli 2009 - 09:04

Henning

#4

    Steuerberater, LÜBECK

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Ein Innenumsatz setzt voraus, dass es sich hier um ein einziges Unternehmen handelt und gehandelt hat. Ob aber hier ein einziges Unternehmen vorliegt, müsste anhand der rechtlichen, wirtschaftlichen, finanziellen und personellen Verflechtungen geprüft werden. In diesem Fall könnte man sich Vorstellen, dass möglicherweise der Verlust Baufirma mit den positiven Einkünften zusammengerechnet werden. Wenn es sich aber um zwei getrennte Firmen handelt, stellt man sich die Frage warum die Baufirma die Leistungen nicht wie an fremde Dritte in Rechnung gestellt hat und damit die Verluste kompensiert hat. Ohne Einsicht in die Verträge und in die Buchhaltung und eine genaue Sachverhaltsschilderung ist eine seriöse steuerliche Einschätzung nicht möglich.

Geschrieben am: 22 Juli 2009 - 05:54

Bruno

#5

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Alles ist nur Henning Doß

Geschrieben am: 22 Juli 2009 - 07:35

Henning

#6

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Hallo Henning,

Bruno hat ja schon einiges erläutert.

Ist zwar jetzt spekulativ, aber ich denke, dass Deine Steuerberaterin den Eigenverbrauch im Baugeschäft schon richtig berechnet hat und dass auch hierauf die Steuernachzahlungen beruhen.

Oder anders: Wenn mit dem Baugeschäft ein privates Gebäude renovierst, müssen diese Leistungen versteuert werden, da der Gewerbebetrieb Leistungen für die private Vermögensverwaltung (Vermietung) erbracht hat.

Geschrieben am: 27 Juli 2009 - 07:14

Juergen