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Haftung Für Folgeschäden

#1

    Mitglied

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  • PipPip
  • 11 Beiträge:
guten tag,

ich hab eine frage:

ein kollege hat ein problem mit einem kunden.
der kunde hat für sein audi a8 led-standlichter gekauft nach ca 4 wochen sind diese verschmort und haben auch den scheinwerfer beschädigt. audi sagt in seiner beschreibung das nur orginal-leuchtmittel verbaut werden dürfen im fahrzeug.

wer haftet für den entstandenen schaden an den scheinwerfern.
verkäufer oder käufer?

led standlichter haben kein e-prüfzeichen.
led standlichter können auch nicht schmoren da nicht soviel hitze entsteht.

kann mir da jemand helfen

danke im voraus

Geschrieben am: 05 Februar 2010 - 03:30

SWTuning

#2

    Rechtsanwalt, FA für gewerblichen Rechtsschutz

  • Administratoren
  • PipPipPip
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Für die Beantwortung der Frage, wer für den entstandenen Schaden haftet, kommt es maßgeblich darauf an,
was die Ursache für den Schaden war:

1.
War ein Mangel im Audi die Ursache des Schadens, kommt eine Haftung des Autoverkäufers und bei einem gültigen Garantieversprechen auch des Herstellers des PKW in Betracht.

2.
War ein Mangel in der LED-Leuchte die Ursache für den Schaden, dann kommt eine Haftung des Verkäufers der LED-Leuchten in Betracht. Die Beschädigung des Scheinwerfers am PKW wäre dann als Folgeschaden einzuordnen.

3.
Waren weder die LED-Leuchte noch der Audi für sich genommen mangelhaft und war die Ursache des Schadens der mangelhafte Einbau der LED-Leuchte in den PKW, dann kommt eine Haftung derjenigen Person in Betracht, die den unsachgemäßen Einbau der Leuchte vorgenommen hat.

4.
Schließlich kommt eine Haftung des Verkäufers in Betracht, wenn er Ware (LED-Leuchte) verkauft hat, die nicht den gesetzlichen Vorschriften entspricht und deshalb für den Verkauf am Markt nicht zugelassen war. Insoweit könnte man annehmen, dass die Ware (LED-Leuchte), weil sie nicht vertrieben werden darf und nicht zugelassen ist, für den genutzten Zweck auch nicht geeignet war.

5.
Wird durch den Fehler eines Produkts eine Sache beschädigt, so ist der Hersteller des Produkts verpflichtet, dem Geschädigten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Im Falle der Sachbeschädigung gilt dies nur, wenn eine andere Sache als das fehlerhafte Produkt
beschädigt wird und diese andere Sache ihrer Art nach gewöhnlich für den privaten Ge- oder Verbrauch bestimmt und hierzu von dem Geschädigten hauptsächlich verwendet worden ist.

Die Ersatzpflicht des Herstellers ist ausgeschlossen, wenn nach den Umständen davon auszugehen ist, daß das Produkt (Audi bzw LED-Leuchte) den Fehler, der den Schaden verursacht hat, noch nicht hatte, als der Hersteller es in den Verkehr brachte, oder der Fehler darauf beruht, daß das Produkt in dem Zeitpunkt, in dem der Hersteller es in den Verkehr brachte, dazu zwingenden Rechtsvorschriften entsprochen hat, oder der Fehler nach dem Stand der Wissenschaft und Technik in dem Zeitpunkt, in dem der Hersteller das Produkt in den Verkehr brachte, nicht erkannt werden konnte. Die Ersatzpflicht des Herstellers der LED-Leuchte wäre ausgeschlossen, wenn der Fehler durch die Konstruktion des PKW, in welches das Teilprodukt eingearbeitet wurde, verursacht worden ist. Für den Fehler, den Schaden und den ursächlichen Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden trägt der Geschädigte die Beweislast. Ist streitig, ob die Ersatzpflicht ausgeschlossen ist, so trägt der Hersteller die Beweislast.

Es ist also der Fehler und der ursächliche Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden zu klären (z.B. mit einem Sachverständigen).

Geschrieben am: 05 Februar 2010 - 06:12

Wittmaack
S.Wittmaack
Rechtsanwalt