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Künstlervertrag

#1

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe gestern eine "vertragliche Vereinbarung" (gilt als Vorvertrag) unterschrieben, welcher für ein Jahr läuft, Kündigungsfrist spätestens drei Monate vor Ablauf des Jahres, ansonsten stillschweigend für ein weiteres Jahr.

Meine Fragen wurden anders beantwortet als es effektiv im Vertrag steht, dort steht nämlich, alle an mich herantretenden Personen müssen an "Kontrahent I" (mein Vertragspartner) verwiesen werden, ich darf keinen anderen Künstlervertrag unterzeichnen, sowie sämtliche Verhandlungen im künstlerischen Bereich an den Kontrahenten I verwiesen werden müssen. Auf mein Nachfragen hieß es dann mündlich, ich dürfe natürlich auch eigenständige Bemühungen einfließen lassen (da dieses Jahr !!! auf mein Nachfragen hin noch keine Auftritte und somit auch Verdienstmöglichkeiten geplant sind, und ich aufgrund dessen, dass ich mit dem kooperierenden Verlag noch keine CD aufgenommen habe ich auch noch benachteiligt behandelt werde, da die anderen mit CD natürlich bevorzugt werden; desweiteren ist eine Aufnahme nur mögliche, wenn von mir beträchtliche finanzielle Vorleistungen getätigt werde, welche ich nicht in der Lage bin finanziell zu tragen) und das laut Ihrer Aussage dann auch keine prozentuale Beteiligung für sie anfiele. Jedoch steht das in dem Vertrag anders. Dort steht "aus allen abgeschlossenen Verträgen künstlerischer Art (wäre damit auch eine Buchveröffentlichung gemeint, da ich auch im schriftstellerischen Bereich Tätig bin, es sich hierbei jedoch meines Wissens um den Bereich des Musikgeschäfts dreht, jedoch explizit keine bereichliche Abtrennung genannt wird) erhält Kontrahent I 25 % rein Netto".

Jetzt im Nachhinein leider Gottes habe ich ernsthafte Bedenken, da es sich zwar bei meinen Vertragspartnern um langjährige Bekannte handelt und ich mich auf ihre Aussagen hin beschwichtigen habe lassen, aber dennoch das Gefühl nicht loswerde, dass ich mich da in einen Knebelvertrag begeben habe, der mich in dem Ausbau meiner musikalischen Bestrebungen schlicht und ergreifend behindert und mir nichts ermöglicht... Zudem hatte ich heute ein Gespräch mit dem Verleger, mit dem ich mich über den Verlag meiner Songs unterhalten habe, da sie Interesse an meinen Songs zeigen, diese an andere Musiker zu schicken, also mich als Songwriter, jedoch stellte sich in diesem Gespräch raus, dass es sich bei den Fachgebieten nicht um die Musikrichtung handelt, welche ich betreibe, sondern eine Stilrichtung, die meiner Vollkommen fern ist, wovon ich im vornherein nichts wusste. Dementsprechend arbeite ich jetzt mit einem Verlag zusammen, der meine INteressen gar nicht vertreten kann, weil die Kontakte in andere musikalische Bereiche reichen, als meine Musik erfordert.

Bezüglich einer Rücktrittsfrist ist im Vertrag nichts genannt, Kündigungsfristen und -möglichkeiten desweiteren auch nicht, bis auf die Aussage, "bis spätestens drei Monate vor... (s. o.)

Ich wäre Ihnen für eine sehr schnelle Antwort überaus dankbar, denn das Thema belastet mich wirklich sehr und ich hoffe dennoch, dass ich es irgendwie schaffen kann, dort mit einem blauen Auge wieder raus zu kommen, oder ob ich nicht vielleicht doch zuviel hineininterpretiere und vielleicht das alles gar nciht so schlimm ist...

Mit freundlichen Grüßen
Ciizar (bitte entschuldigen Sie mir mein Bestreben nach Anonymität)

Geschrieben am: 31 August 2010 - 12:33

Ciizar

#2

    Rechtsanwalt, Admin

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Ohne den Vertrag gelesen zu haben ist es kaum möglich, eine konkrete Antwort zu geben. Grundsätzlich gibt es im geschäftlichen Bereich ein Rücktrittsrecht von einem Vertrag. Ausnahmen davon gibt es etwa, wenn einer seine Leistung nicht erbringt oder man ein vertragliches Rücktrittsrecht vereinbart hat.

Betreffend der Kündigung sind nicht nur Fristen wichtig sondern insbesondere Laufzeit des Vertrages und ob eine ordentliche Kündigung grds. ausgeschlossen ist. Ihre Anmerkung '... bis spätestens drei Monate vor ...' lässt mich vermuten, dass es eine bestimmt Laufzeit gibt und dies eine Kündigungsfrist darstellt.

Man sollte sich den Vertrag genau anschauen und insbesondere prüfen, welche Leistungspflichten Ihnen auferlegt worden sind. Dann kann man etwas empfehlen.

Gern können Sie uns den Vertrag zukommen lassen. Je nach Umfang und ob Sie schriftlich oder mündlich beraten werden wollen wird Zeitaufwand entstehen, der zu unseren üblichen Stundensätzen zu vergüten wäre.

Geschrieben am: 02 September 2010 - 05:22

Jens Liesegang

#3

  • Guests
*Erfahrungswerte, keine Rechtsberatung*

Würde mich doch sehr überraschen, wenn in dem Vertrag keine zugesicherte Gegenleistung vermerkt ist. Beinahe jeder Vertrag enthält wenigstens einen "branchenüblichen Einsatz" von Kontrahent I.

1) Wenn dieser nicht drinsteht, würde ich mit anwaltlicher Beratung (ist nur einen Klick entfernt *g*) den Vertrag auf Sittenwidrigkeit oder unangemessene Benachteiligung prüfen/feststellen lassen. Gern genommen: Der beabsichtigte Charakter der Vereinbarung ist nicht erfüllbar.
2) Wenn er drinsteht: Na, dann mach denen mal Feuer! ;)

Denn was hat dieser Vertrag für einen Nutzen, wenn KEINE Gegenleistung vereinbart ist?!

Alternativ (so würde ich es machen): Höflich um Auflösung bitten, da ja keine Ergebnisse zu erwarten sind (Du kannst nicht, der will nicht) und eine Beendigung für alle Beteiligten vorteilhaft wäre... :)

Geschrieben am: 15 November 2010 - 08:27

Charly Romanowski