Typen von Unternehmenskrisen

1. Begriff der Unternehmenskrise

Es gibt in der Literatur ungezählte verschiedene Definitionen des Begriffs "Unternehmenskrise". Den meisten davon sind folgende Komponenten gemeinsam:

  • eine Situation, in der die Existenz des Unternehmens bedroht ist
  • der Ausgang ist unsicher
  • die Zeitdauer der Situation ist begrenzt

2. Arten von Unternehmenskrisen

2.1. nach der rechtlichen Bedeutung

  • Die betriebswirtschaftliche Krise

  • Die rechtliche Krise

gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen bei Unterkapitalisierung zu nennen:

o      Verbot der Rückgewähr von Einlagen an die Aktionäre (§ 57 Abs. 1 Satz 1 AktG)

o      Verbot der Auszahlung an die Aktionäre bei der vereinfachten Kapitalherabsetzung (§ 230 AktG)

o      Verbot der Auszahlung des zur Stammkapitalerhaltung erforderlichen Vermögens einer GmbH an die Gesellschafter (§ 30 GmbH)

Insolvenzrechtlich

Neben dem Insolvenzrecht ist hier jedoch auch die strafrechtliche Seite relevant (Bankrott nach § 283 StGB, Konkursverschleppung nach § 64 GmbHG, Untreue bei unzulässigen Ausschüttungen nach § 266 StGB)

2.2. nach der Ursache

  • Die endogene Krise

Sie wird durch unternehmensinterne Faktoren ausgelöst, z.B. organisatorische Probleme, zu geringe Eigenkapitalausstattung, Fehlentscheidungen, Produktionsprobleme, fehlende Mitarbeiterqualifikation oder -motivation.

  • Die exogene Krise

2.3. nach dem Umfang

  • Die Unternehmenskrise

Die Krise basiert hauptsächlich auf unternehmensinternen Faktoren.

  • Die Branchenkrise

  • Die gesamtwirtschaftliche Krise

Die gesamte Volkswirtschaft ist von einer konjunkturellen Krise betroffen, die sich auf das gesamte Umfeld des Unternehmens und die Beziehungen zu den Marktpartnern auswirkt.

2.4. nach dem auslösenden Unternehmensbereich

  • Die Krise eines einzelnen leistungswirtschaftlichen Bereichs (Beschaffung, Produktion, Absatz...)

Es kann der Funktionsbereich lokalisiert werden, von dem die Krise ausgeht, z.B. Verlust wichtiger Kunden, Verschlechterung der Zahlungsmoral, Forderungsausfälle, Qualitätsprobleme, Engpässe bei benötigten Rohstoffen...

  • Die finanzwirtschaftliche Krise

Die Krise wird z.B. durch finanzielle Fehlentscheidungen, zu hohe Entnahmen, zu geringe Eigenkapitalausstattung oder durch Kreditkündigungen von Banken ausgelöst.

  • Die organisatorische Krise

Die Krise resultiert aus innerbetrieblichen Organisations- und Führungsproblemen, z.B. Fehler in der Aufbau- und Ablauforganisation, Nachfolgeprobleme, Führungsmängel, unzureichendes Rechnungswesen.

2.5. nach den bedrohten Unternehmenspotentialen

  • Die strategische Krise

In der strategischen Krise sind die Erfolgspotentiale des Unternehmens bedroht, d.h. die langfristigen Voraussetzungen zur Gewinnerzielung (z.B. gut verkäufliche Produkte, qualifizierte Mitarbeiter, funktionierende Fertigung, Kundenstamm)

  • Die Erfolgskrise

  • Die Liquiditätskrise

  • Die potentielle Krise

  • Die latente Krise

Darunter versteht man die Krise, die sich bereits in Warnzeichen andeutet bzw. abzeichnet.

  • Die akute Krise

  • Die Gründungskrise

  • Die Wachstumskrise

  • Die Stagnations-/Schrumpfungskrise



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