Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein

Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein bescheinigt die Agentur für Arbeit einem Arbeitssuchenden oder einem Arbeitslosen das Vorliegen der Fördervoraussetzungen für eine oder mehrere Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Die Einzelheiten sind in § 45 SGB III geregelt. Im Gutschein werden Ziel und Inhalt der Maßnahme festgelegt und der Gutscheininhaber erhält eine verbindliche Förderzusage. Der Gutscheininhaber kann sich selbst einen zugelassenen Maßnahmeträger, einen privaten Arbeitsvermittler oder einen Arbeitgeber suchen, der dann aufgrund des Gutscheines die Maßnahmekosten direkt mit der Agentur für Arbeit abrechnet.

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ist eine Weiterentwicklung des früheren Vermittlungsgutscheins, der bis zum 31.03.2012 ausgegeben wurde.

Bezieher von Arbeitslosengeld, die noch nicht durch die Arbeitsagentur vermittelt worden, obwohl sie innerhalb von drei Monaten bereits mindestens sechs Wochen arbeitslos waren, erlangen nach § 45 Abs. 7 SGB III einen Rechtsanspruch auf den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, der für die Vermittlung durch einen privaten Arbeitsvermittler gilt. Will der Gutscheininhaber einen privaten Arbeitsvermittler beauftragen, schließt er anschließend mit einem oder mehreren Arbeitsvemittler(n) einen Vermittlungsvertrag nach § 296 SGB III.

Zugelassene Maßnahmeträger oder die Arbeitgeber müssen der ausstellenden Agentur für Arbeit den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein vor Beginn jeder Maßnahme vorlegen. Neben der allgemeinen Trägerzulassung nach § 178 SGB III muss auch die Maßnahme selbst nach § 179 SGB III zugelassen sein. Das Erfordernis einer Träger- und Maßnahmezulassung gilt seit dem 01.04.2012 nicht nur für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, sondern auch für Maßnahmen nach § 45 SGB III, die mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein gefördert werden. Vergabemaßnahmen und die Unterstützung der Vermittlung in versicherungspflichtige Beschäftigung nach § 45 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB III sind von der Maßnahmezulassung jedoch nicht betroffen.

Private Arbeitsvermittler müssen den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein hingegen erst nach einer erfolgreichen Vermittlung vorgelegen. Neben dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein im Original müssen sie eine Vermittlungs- und Beschäftigungsbestätigung des Arbeitgebers im Original sowie die Kopien des Vermittlungsvertrags und ihrer Gewerbeanmeldung vorlegen. Die entsprechenden Formaulare finden sich auf der Internetseite der Agentur für Arbeit. Die Höhe der Vermittlungsvergütung ist auf 2.000 € incl. der USt. begrenzt (bei Langzeitarbeitslosen und Schwerbehinderten auf 2.500 € ink. USt.).

Ergänzender Hinweis: Ab dem 01.012013 müssen alle privaten Arbeitsvermittler, die einen Vermittlungsgutschein einlösen wollen, als "zugelassener Träger nach dem Recht der Arbeitsförderung" gemäß der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert sein. Bis dahin genügt die Gewerbeanmeldung.



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