Öffentliche Arbeitsvermittlung

Ziel der öffentlichen Arbeitsvermittlung ist es, Arbeitsuchende mit Arbeitgebern zur Begründung von Arbeitsverhältnissen zusammenzuführen.

Dies ist in erster Linie Aufgabe der neu organisierten Arbeitsagenturen und der darin integrierten neuen Kundenzentren, die als zentrale Serviceeinheit der Agentur für Arbeit aufgebaut werden und die Kernfunktionen in einem organisatorisch neu ausgerichteten Vermittlungsprozess übernehmen sollen. Spezielle Arbeitgeberteams sollen sich dabei um passgenaue Vermittlungsvorschläge, individuelle Arbeitsmarktberatung und neue Betreuungsangebote für Betriebe kümmern. Für Arbeitslose soll das Kundenzentrum als einheitliche Anlaufstelle fungieren und für alle mit der Arbeitslosigkeit zusammenhängenden Vermittlungs- und Leistungsfragen zuständig sein.

Arbeitsuchende und Arbeitgeber haben einen Rechtsanspruch auf Arbeitsvermittlung und zwar unabhängig davon, ob sie zuvor Beiträge zur Arbeitslosenversicherung entrichtet haben. Die Agenturen für Arbeit schulden dabei jedoch nicht den Vermittlungserfolg, sondern "nur" die Vermittlungsaktivitäten.

Als präventive Leistung hat Arbeitsvermittlung Vorrang vor allen übrigen Leistungen der Arbeitsförderung.

Die Arbeitsverwaltung ist verpflichtet, Arbeitsvermittlung sowohl als persönliche Dienstleistung als auch auf andere Weise, wie durch den zentralen Stellen- und Bewerberanzeiger ("Markt + Chance"), durch Stellenbörsen, insbesondere aber durch Selbstinformationseinrichtungen anzubieten.

Hinweis

Die Agenturen für Arbeit bieten ihre Dienste auch internetgestützt (Webseite: arbeitsagentur.de) an. Mit dem "Virtuellen Arbeitsmarkt" steht ein entsprechendes Internetportal für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und alle sonstigen am Arbeitsmarktgeschehen Beteiligten zur Verfügung. Das Konzept löst den bisherigen Stellen-Informations-Service (SIS), Arbeitgeber-Informations-Service (AIS) und weitere Vermittlungsbörsen (Job-Börse, Praktikumsbörse usw.) ab. Alle Stellen- und Bewerberangebote werden ­unter einer Internetadresse zusammengefasst. Die internetgestützte Selbsteingabe von ­Arbeitsangeboten und Bewerberprofilen, Unternehmensdarstellungen sowie entsprechende Suchfunktionen nach branchen-, berufs- oder tätigkeitsbezo­genen Merkmalen und die unmittelbare Herstellung von Kontakten sollen auf dem "Virtuellen Arbeitsmarkt" einen präzisen Abgleich von Stellen und Bewerbern ermöglichen.

Für einzelne Berufszweige (z. B. Hotel- und Gaststättengewerbe, Künstler, Binnenschiffer, Seeleute) verfügt die Arbeitsverwaltung über besondere Fachvermittlungsstellen. Für die Vermittlung von und nach dem Ausland ist die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) mit Sitz in Bonn zuständig.



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