Sozialversicherung

Im engeren Sinn beschreibt der Begriff Sozialversicherung ein öffentliches oder halböffentliches System der Pflichtversicherung. Man spricht von gesetzlicher Sozialversicherung oder Pflichtversicherungen, in der Volkswirtschaftslehre auch von Parafisken (lat. fiscus-Geldkorb). Im weiteren Sinne würde dann die private Sozialversicherung dazu zählen. Das System der Sozialversicherungen wird manchmal Soziales Netz oder abfällig Soziale Hängematte genannt, weil es ebenfalls als Schutz für die einzelne Person funktioniert/wirkt.

Im Gegensatz zu Leistungen der Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden) werden Leistungen der Sozialversicherung in erster Linie nicht durch Steuern, sondern durch Beiträge zum jeweiligen Versicherungsträger, der jedoch staatlich kontrolliert wird, finanziert.

Träger der Sozialversicherung im engeren Sinne sind nicht staatliche Behörden direkt, sondern privilegierte Sozialversicherer. Die Sozialversicherung ist meist in Sparten gegliedert, z. B. in Deutschland:

  • gesetzliche Rentenversicherung (RV)
  • gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
  • Arbeitslosenversicherung bei der Bundesagentur für Arbeit (BA)
  • Unfallversicherung (UV)
  • Pflegeversicherung (PV)

Ein Zweck der Sozialversicherung ist es, auch weiten Personenkreisen eine Versicherung zu ermöglichen, die bei privaten Versicherungen nicht oder nur zu sehr hohen Tarifen aufgenommen werden würden. Um eine Auslese nach Personen mit hohen und niedrigen Risiken (z.B. Gesunde und Kranke) zu vermeiden, besteht in der Regel Versicherungspflicht.

Die Beiträge werden meist nach den Bruttolöhnen und -gehältern (meist bis zu einer spartenspezifischen Beitragsbemessungsgrenze) berechnet. Die Versicherungen werden durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Beiträge je nach Sparte zu unterschiedlichen Teilen finanziert (vgl. auch Niedriglohn-Job), teilweise gibt es staatliche Steuerzuschüsse (begründet u.a. als Ausgleich für sogenannte versicherungsfremde Leistungen). Die Versicherungsbeiträge werden für beide Seiten durch den Arbeitgeber an die Krankenkasse abgeführt. Hierfür erhält er von der örtlichen Agentur für Arbeit eine Betriebsnummer.

Die Auszahlung orientiert sich nach erworbenen Ansprüchen (z.B. bei Renten oder Krankengeld) oder es gibt für alle gleiche Sachleistungen bei Eintritt des Versicherungsfalles



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