SV-Pflicht Weihnachtsgeld

... Beginn Ausschnitt ...

 

A. Sozialversicherung

Nach der Entscheidung des BverfG vom 11.01.1995 ist es mit dem Gleichheitssatz unvereinbar, dass einmalige Sonderzahlungen zu Sozialversicherungsbeiträgen herangezogen werden, ohne dass sie bei der Berechnung von kurzfristigen Lohnersatzleistungen (Krankengeld, Arbeitslosengeld, Übergangsgeld) berücksichtigt werden. Aufgrunddessen hat der Gesetzgeber ein zusätzliches Krankengeld eingeführt und diese Regelung erneut dem BVerfG zur Entscheidung vorgelegt. Bis zur Entscheidung sind die AG verpflichtet, bei einmaligen Zuwendungen Sozialversicherungsbeiträge einzubehalten und abzuführen.

Eventuelle Erstattungsansprüche wegen Zahlung von erhöhten Beiträgen wegen einmaliger Zuwendungen werdem möglich sein.

I.                   Allgemeine Berechnung der Beiträge

Wenn das laufende Arbeitsentgelt zusammen mit der einmaligen Zuwendung die für den Lohnabrechnungszeitraum maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze (Kranken- und Pflegeversicherung : EUR 6.375,-; Renten- und Arbeitslosenversicherung: EUR 8.500,-) nicht übersteigt, sind die Beiträge, wie sonst auch, aus dem Gesamtentgelt für den Lohnabrechnungszeitraum zu ermitteln.

II.                Besondere Berechnung der Beiträge

Diese ist erforderlich, wenn die Beitragsbemessungsgrenze überschritten ist.

Es wird zuerst der Anteil der Jahresbeitragsbemessungsgrenze, der der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses bei dem die Zuwendung zahlenden AG entspricht, ermittelt.

Nur mit Beiträgen belegte Beschäftigungszeiten sind einzubeziehen, nicht etwa Zeiten des Bezugs von Mutterschaftsgeld, Krankengeld. Volle Monate werden mit 30 Kalendertagen, angebrochene Monate mit den tatsächlichen Kalendertagen berücksichtigt.

Dem gegenübergestellt wir das gesamte auf diese Beschäftigungszeit anfallende Arbeitsentgelt gegenüber gestellt.

Nur beitragspflichtiges Arbeitsentgelt ist als Arbeitsentgelt zu verstehen, Entgelt über der Beitragsbemessungsgrenze bleibt unberücksichtigt.

Beispiel:

AN mit einem Monatslohn von 5.800 EUR, der das ganze Kalenderjahr beim selben AG beschäftigt war, erhält im November ein Weihnachtsgeld in Höhe von 5.800 EUR .

a)      Renten- und Arbeitslosenversicherung

Anteilige Jahresbeitragbemessungsgrenze

(8.500 EUR x 11)                                                    93.500 EUR

Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt von Jan.-Nov.

(5.800 EUR x 11)                                                    63.800 EUR

Differenz (noch nicht mit Beiträgen belegter Teil)      27.700 EUR

Das Weihnachtsgeld in Höhe von EUR 5.800 unterliegt demnach in vollem Umfang der Beitragspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.

b)      Kranken- und Pflegeversicherung

Anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze

(6.375 EUR x 11)                                                    70.125 EUR

Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt

(5.800 EUR x 11)                                                    63.800 EUR

Differenz (noch nicht mit Beiträgen belegter Teil)      4.325 EUR

Das Weihnachtsgeld in Höhe von EUR 5.800 unterliegt demnach lediglich in Höhe von EUR 4.325 der ...

... Ende Ausschnitt ...

Unbegrenzter Zugang zu allen Dokumenten.


Zugang zu allen Dokumenten kaufen

Sie haben bereits einen Zugang? Melden Sie sich hier bitte an.



Kostenloses Support-Forum: Unsere Anwälte beantworten gern Ihre Fragen zu "Sozialversicherungspflicht für Weihnachtsgeld" in unserem ExpertenForum.

Sofort downloaden und anpassen: Alle Verträge können Sie gleich nach dem Kauf in den üblichen Programmen bearbeiten und anpassen.

Kompetente Beratung durch unsere Rechtsanwälte: Falls Sie das Dokument "Sozialversicherungspflicht für Weihnachtsgeld" oder einen anderen Vertrag bzw. Vorlage anwaltlich anpassen wollen stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte gern zur Verfügung. Fragen Sie uns nach einem Kostenvoranschlag!