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06.09.2018 07:11
IT-Recht

Der Facebook-Pixel und Datenschutz?!

Nutzen Sie auch den sog. Facebook-Pixel um Ihre Webseite und Ihre Produkte bekannter zu machen und zielgerichtet bewerben zu können? Falls ja, haben Sie sich schon Gedanken gemacht, ob Sie den Facebook-Pixel datenschutzkonform einsetzen?

Von: Jana Burek-Fürstenow

Facebook und Datenschutz ist ein viel diskutiertes Thema, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Facebook weltweit über 1 Milliarde Menschen nutzen und so ihre Spuren quasi überall in der digitalen Welt hinterlassen.

Mithilfe des Facebook-Pixels ist sog. zielgruppenorientierte Werbung möglich, dh. Online-Werbung kann gezielt auf die Bedürfnisse und Interessen des jeweiligen Internetnutzers zugeschnitten werden. Das ist nur möglich, indem das Online-Verhalten quasi jedes einzelnen der im Internet unterwegs ist, präzise erfasst wird. Durch die vielen persönlichen Daten, die Nutzer im Internet hinterlassen, ist es sozialen Netzwerken wie Facebook, aber auch Twitter, Google und Co. möglich, sich ein detailliertes Bild der Interessen und Vorlieben des jeweiligen Nutzers zu machen und diesen sodann gezielt zu bewerben.

Facebook hat hierfür das Produkt „Facebook Custom Audience“ entwickelt. Betreiber von Webseiten können damit, u.a. mithilfe eines unsichtbaren Pixels auf ihrer Seite (also außerhalb der Plattform Facebook) das Nutzungsverhalten ihrer Besucher erfassen, auswerten und sodann gezielt durch Facebook Werbung schalten lassen. Rein technisch wird auf der Seite ein spezifischer Tracking Code erzeugt, mit dem verschiedene Zielseiten festgelegt werden können. Das Tracking selbst erfolgt per Cookie, also nicht direkt über den Facebook Pixel.

Bei dem Tracking werden keine anonymen oder pseudonymisierte Daten erhoben. Im Gegenteil ein Unternehmer kann nach einer Bestellung genau nachvollziehen, welchen Weg der Kunde von der Facebook Anzeige über den Klick bis hin zum Kauf genommen hat. Dabei werden personenbezogene Daten erfasst, an Facebook in die USA übertragen und (wahrscheinlich) mit Profildaten des Nutzers bei Facebook (sofern dieser dort registriert ist) verknüpft. Facebook stellt dann bestimmte Informationen dem Werbekunden zur Verfügung.

Wenn der Besucher einer Webseite von diesem Vorgang nichts erfährt, wird es datenschutzrechtlich bedenklich. Da der Unternehmer den Facebook-Pixel auf eigene Veranlassung hin in seine Webseite einbindet, ist er im datenschutzrechtlichen Sinne auch verantwortlich und muss Webseitenbesucher über den Einsatz des Pixels aufklären. Ein „einfacher“ Hinweis in der Datenschutzerklärung reicht in aller Regel nicht aus, in den allermeisten Fällen müssen die Nutzer in das Tracking einwilligen.

Wenn auch Sie auf Ihrer Seite den Facebook-Pixel eingebunden haben, sollten Sie prüfen, welche Art von Besucherdaten Sie erfassen, nutzen und abgleichen und ob dafür - vor Nutzung der Dienste des Pixels - die Einwilligung Ihrer Nutzer erforderlich ist und Sie zudem ein geeignetes Opt-Out Verfahren auf Ihrer Seite implementiert haben. Anderenfalls kann der Einsatz des Pixels datenschutzrechtlich unzulässig sein.

Wenn der Einsatz von Facebook Custom Audience nicht datenschutzrechtlich zulässig erfolgt, können gegen Sie als Verantwortlichen der Webseite (und nicht Facebook) Bußgelder verhängt werden.

Gerne beraten wir Sie beim datenschutzkonformen Einsatz von Facebook Custom Audience. Sprechen Sie uns an!