Besteuerung von Gesellschaften in der Schweiz

1. Allgemeines (Direkte Bundessteuer, Staats- und Gemeindesteuern)

Die Steuer vom Gewinn wird nach dem Ergebnis der Steuerperiode bemessen. Als Steuerperiode gilt das Geschäftsjahr. Das steuerbare Kapital (nur Staats- und Gemeindesteuern, bei der Direkten Bundessteuer wurde die Kapitalbesteuerung 1997 abgeschafft) bemisst sich nach dem Stand am Ende der Steuerperiode. Der steuerpflichtige Reingewinn setzt sich zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung sowie allfälliger steuerlicher Korrekturen. In der Schweiz niedergelassene Firmen werden auf der Basis des weltweit erzielten Gewinnes besteuert, mit Ausnahme des Gewinnes, der auf Grundbesitz oder feste Einrichtungen im Ausland zurückgeht. In der Schweiz nicht niedergelassene Firmen (Betriebsstätten) werden steuerlich nur für den Gewinn, den sie mit einer dauernden Tätigkeit in der Schweiz erzielen, belastet. Eine Firma gilt als in der Schweiz niedergelassen, wenn sie ihr gesetzliches Domizil in der Schweiz hat oder in der Schweiz eine Geschäftstätigkeit aufweist.

2. Doppelbesteuerungsabkommen

Die schweizerische Verfassung verhindert eine Doppelbesteuerung. Zudem bestehen zwischen der Schweiz und den meisten industrialisierten Ländern Doppelbesteuerungsabkommen, die eine mögliche Doppelbesteuerung verhindern oder begrenzen. Die Schweiz wendet weitgehend die Befreiungsmethode an und verzichtet auf die Besteuerung von Einkommen und Vermögen, welche dem Quellenstaat zugewiesen werden.

3. Bewertung Wareninventar

Das Inventar wird nach dem Niedrigstwert-Prinzip bewertet. Das heißt, es wird der tiefere der beiden Werte - Einstandswert oder Marktwert - zu Grunde gelegt. Steuerlich ist der Abzug eines Drittels des Inventarwertes zur Bildung einer Wertverminderungs-Reserve erlaubt.

4. Delkredererückstellung

Auf ausstehenden Forderungen aus dem Ausland kann eine Debitorenreserve von 10% in Abzug gebracht werden, für inländische Schuldner eine solche von 5%.

5. Abschreibungssätze:

Die jährlich steuerlich zulässigen Abschreibungssätze (degressive Methode) betragen für:

  • Geschäftsbauten 4%
  • Industriebauten 8%
  • Maschinen 30-40%
  • Patente und Goodwill 40%

Für Abschreibungen auf dem Anschaffungswert (lineare Methode) sind die obigen Sätze um die Hälfte zu reduzieren.

6. Beteiligungsabzug

Bei Beteiligungserträgen (Dividenden) tritt eine Ermäßigung ein, wenn die dividendenempfangende Firma wenigstens 20% des Aktienkapitals der anderen Firma hält oder ihre Beteiligung einen Verkehrswert von CHF 2 Mio. oder mehr aufweist. Die Steuer auf dem Reingewinn ermäßigt sich im Verhältnis des Nettogewinnes aus diesen Beteiligungen zum gesamten Reingewinn. Für diese Berechnung wird der Beteiligungsgewinn um den darauf entfallenen Finanzierungsaufwand sowie um einen Verwaltungskostenanteil von 5% gekürzt. Seit dem 1.1.2001 kann der Beteiligungsabzug auch für Kapitalgewinne beansprucht werden (Voraussetzungen: mind. 20% Beteiligungsanteil, Haltedauer mind. 1 Jahr).

7. Mehrwertsteuer

Zusätzlich zu den bisher erwähnten Steuern erhebt der Bund eine Mehrwertsteuer, wie sie auch in anderen Ländern, aber mit wesentlich höheren Belastungssätzen, bekannt ist. Die Mehrwertsteuer wird auf dem inländischen Umsatz sowie auf aus dem Ausland importierten Gegenständen und Dienstleistungen erhoben. Im Normalfall beträgt die Mehrwertsteuer 7,6%, die jedoch durch den Vorsteuerabzug reduziert werden kann, so dass nur der effektiv erarbeitete Mehrwert steuerlich belastet bleibt. Kleine Unternehmen mit Umsätzen bis 250'000 CHF jährlich sind von der Steuer befreit, wenn die Steuerschuld weniger als 4'000 CHF ausmacht. Um den administrativen Aufwand zu vermindern, können steuerpflichtige Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von 3 Mio. CHF und einem jährlichen Steuerbetrag von 60'000 CHF mit Pauschalsätzen abrechnen (Saldosteuersätze).

8. Direkte Bundessteuer

Der proportionale Gewinnsteuersatz beträgt 8.5%. Seit dem 1.1.1998 kann der Beteiligungsabzug auch für Kapitalgewinne beansprucht werden (Voraussetzungen: mind. 20% Beteiligungsanteil, Haltedauer mind. 1 Jahr).

9. Kantonale und kommunale Steuern

Die kantonalen und kommunalen Einkommenssteuern werden aufgrund eines Stufentarifs berechnet. Die maximale kombinierte Steuerbelastung des Gewinnes für ordentlich besteuerte Gesellschaften reicht von 2% bis 24% (minimale einfache Steuer 1%, maximale einfache Steuer 10% multipliziert mit dem Vielfachen, Steuerfuß Kanton und Gemeinde). Die Steuerbelastung des Eigenkapitals 0,34%. Steuern sind steuerlich absetzbar. Der steuerpflichtige Betrag wird auf Grund des Reinertrages, nach Abzug der Steuern, berechnet.

10. Erlass von Bundessteuern

Bundesbeschluss für wirtschaftliche Erneuerungsgebiete: Der Bundesbeschluss hat Gültigkeit bis 30. Juni 2006.