Steuerermäßigungen aus Nebenkostenabrechnungen sichern

Mieter oder Mitglieder von Wohnungseigentümergemeinschaften können sich eine Steuerermäßigung bis maximal 600 EUR pro Jahr sichern, wenn im Rahmen der Nebenkostenabrechnungen Aufwendung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder Dienstleistungen enthalten sind.

Die Voraussetzungen für die Anerkennung wurden hierzu erleichtert. Das Bundesfinanzministerium hat Ende 2006 ein Schreiben dazu veröffentlicht.

Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse müssen einen engen Bezug zum Haushalt aufweisen. Hierunter sollen beispielsweise die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, die Reinigung der Wohnung des Steuerpflichtigen, die Betreuung von Kindern sowie kranken, alten und pflegebedürftigen Personen fallen. Die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (zum Beispiel Sprachunterricht) soll dagegen von der Steuerermäßigung nicht erfasst werden.

Mieter oder Wohnungseigentümergemeinschaften

Folgende  Voraussetzungen müssen vorliegen, damit Sie als Mieter oder Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft die Steuerermäßigung geltend machen können:

1. Vorlage der Jahresnebenkostenabrechnung

2. Gesonderte Aufführung der haushaltsnahen Beschäftigungen oder Dienstleistungen

3. Ausweis des Anteils der Arbeits- und Fahrtkosten aus diesen Aufwendungen

4. Ausweis des Anteils des jeweiligen Wohneigentümers bzw. Mieters

Für von einer Wohnungseigentümergemeinschaft oder für von einem Verwalter vergebene Handwerksleistungen bzw. haushaltsnahe Dienstleistungen darf der Eigentümer die Steuerermäßigung für sich beantragen. Hierzu muss der auf den Eigentümer entfallende Anteil der Aufwendungen von der Wohnungseigentümergemeinschaft oder vom Verwalter errechnet werden.

Beispielsweise können auch die folgenden Beschäftigungsverhältnisse oder Dienstleistungen steuerlich berücksichtigt werden:

Tagesmütter:

Aufwendungen können nur dann berücksichtigt werden, wenn die Betreuung in Ihrem Haushalt erfolgt.

Beschäftigung naher Angehöriger:

Beschäftigungsverhältnisse mit nahen Angehörigen oder Partnern, die nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen leben, werden nur anerkannt, wenn die Verträge zivilrechtlich wirksam sind, dem entsprechen, was unter Fremden üblich ist, und tatsächlich auch so durchgeführt werden.

Reinigung der Wohnung, Pflegeleistungen von Angehörigen, Gartenarbeiten und Umzugsdienstleistungen

Diese Aufwendungen können geltend gemacht werden, wenn es sich dabei um Tätigkeiten handelt, die gewöhnlich von den Mitglieder des Haushalt übernommen werden, und wenn für diese Tätigkeiten ein selbständiger Dienstleister oder eine Dienstleistungsagentur in Anspruch genommen wird.

Handwerkerleistungen

Handwerkerleisten können geltend gemacht werden, wenn es  sich um handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen handelt.

Fundstelle: BMF-Schreiben vom 03.11.2006 IV C 4 - S 2296b - 60/06

Das BMF-Schreiben ist ab dem Veranlagungszeitraum 2006 anzuwenden.

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