Aufenthaltsberechtigung in Deutschland - Beschäftigte

Der 3. Teil dieser Reihe erläutert die Voraussetzungen, unter denen ein Ausländer als Arbeitnehmer in Deutschland leben und arbeiten darf.

Arbeiter installieren eine neue Rolltreppe während Wartungsarbeiten im Hauptbahnhof Stuttgart.

Für EU-Bürger und Staatsangehörige aus dem Europäischen Wirtschaftsraum sowie der Schweiz gilt generell die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Sie benötigen keine Arbeitserlaubnis, um in Deutschland als Arbeitnehmer tätig sein zu dürfen. Der rechtmäßige Aufenthalt für EU-Bürger, Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums und Bürger aus der Schweiz ergibt sich häufig gerade daraus, dass sie als Arbeitnehmer in Deutschland tätig sind.

Ausländer aus einem Drittstaat (Staaten außerhalb der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz) dürfen demgegenüber in Deutschland grundsätzlich nur dann arbeiten, wenn dies in der Aufenthaltserlaubnis ausdrücklich vermerkt ist. Diese Ausländer benötigten daher stets einen Aufenthaltstitel sowie eine Arbeitserlaubnis, um in Deutschland als Arbeitnehmer arbeiten zu können.

Sowohl der Aufenthaltstitel als auch die Arbeitserlaubnis wird bei der Ausländerbehörde beantragt. Behördenintern erklärt sich die Agentur für Arbeit gegenüber der Ausländerbehörde zur beantragten Arbeitserlaubnis durch Zustimmung oder Ablehnung. Die Voraussetzungen einer Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sind insbesondere:

  • es muss ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegen,
  • die Beschäftigung ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland unter Berücksichtigung der Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt und dem Erfordernis, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, erforderlich,
  • es steht kein bevorrechtigter Arbeitnehmer für die konkrete Beschäftigung zur Verfügung (Deutsche, Staatsangehörige der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz und Ausländer, die schon eine Arbeitserlaubnis haben),
  • die Arbeitsbedingungen sind mit denen inländischer Arbeitnehmer vergleichbar.

Die bevorstehende Anstellung als Arbeitnehmer für einen Ausländer aus einem Drittstaat ermöglicht es unter gewissen Voraussetzungen, eine befristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland zu erlangen. Grundsätzlich ist die Aufenthaltserlaubnis auf die Dauer der Arbeit begrenzt. Nach fünf Jahren rechtmäßigen Aufenthalts in Deutschland kann ein Ausländer unter weiteren Voraussetzungen einen unbefristeten Aufenthaltstitel erlangen

Eine Besonderheit gilt zudem für Ausländer mit Hochschulabschluss. Diese können unter gewissen Voraussetzungen eine Blaue Karte EU, bei der es sich um einen besonderen Aufenthaltstitel handelt, erwerben. Der Aufenthalt in Deutschland dient im Rahmen einer Blauen Karte EU dem Zweck, einer den Qualifikationen entsprechenden Beschäftigung in Deutschland nachzugehen.

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