Firmenjubiläum

Erstellt von StB Simon Bruno | | Lohnsteuer

Angemessenheit der 110 Euro Freigrenze bei Firmenjubiläum

Die Freigrenze von 110 € für die Annahme eines überwiegend eigenbetrieblichen Interesses ist auch bei einer sehr aufwändigen Firmenfeier angemessen. Für die Ermittlung des Über‑ oder Unterschreitens sind die Gesamtaufwendungen einschließlich der Reisekosten für auswärtig beschäftigte Arbeitnehmer und die Zahl der tatsächlich teilnehmenden Arbeitnehmer zugrundezulegen. Bei Gelegenheit der Veranstaltung gewährte Vorteile und abgrenzbare Kostenstellen, die nicht den Arbeitnehmern zugute kommen, sind nicht einzubeziehen. So entschied das Finanzgericht Düsseldorf im Falle einer GmbH, deren Firmengruppe ein Jubiläum mit ca. 15.000 Anwesenden gefeiert hatte.1

Zum lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn gehören alle geldwerten Vorteile, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für eine Beschäftigung gewährt.2 Bei Betriebsveranstaltungen kann ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers den Entlohnungscharakter der Zuwendung in Frage stellen.3 Je höher der Wert der Bereicherung des Arbeitnehmers, desto mehr tritt ein eigenbetriebliches Interesse zurück. Hierzu wurde eine Freigrenze bestimmt, bei deren Überschreitung die Zuwendung in vollem Umfang steuerpflichtiger Arbeitslohn ist. Hat der Arbeitgeber ein Interesse an einer sehr aufwändigen Feier, muss er die entsprechende Lohnbesteuerung in Kauf nehmen.

Reisekosten zu der Veranstaltung gehören als Kosten des äußeren Rahmens zu den Gesamtaufwendungen. Etwas anderes gilt für Kosten, die von der Veranstaltung klar abzugrenzen sind, zum Beispiel die Produktionskosten für eine die Veranstaltung dokumentierende DVD.

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