Fahrtenbücher

Einzelne Rechenfehler und kleinere Irrtümer zerstören nicht Beweiskraft des Fahrtenbuchs

Ein Fahrtenbuch kann ordnungsgemäß sein, auch wenn eine Differenz von insgesamt 14 km zwischen eingetragenen und gefahrenen Kilometern festgestellt wurde und die Kilometerangaben von den Ergebnissen eines Routenplaners abweichen. So entschied das Finanzgericht Düsseldorf.1

Zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit gehören auch geldwerte Vorteile aus der privaten Nutzung eines Dienstfahrzeugs.2 Um die Höhe des geldwerten Vorteils zu ermitteln, wird entweder die 1 %‑Regel angewandt oder das Verhältnis von privaten zu dienstlichen Fahrten durch Führen eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs nachgewiesen.3

Ein Fahrtenbuch ist ordnungsgemäß, wenn es in geschlossener Form und zeitnah geführt wird. Die Fahrten und der Gesamtkilometerstand müssen vollständig und im fortlaufenden Zusammenhang aufgeführt werden.4 Obwohl Fahrtenbuchaufzeichnungen grundsätzlich eine Gewähr für ihre Vollständigkeit und Richtigkeit bieten müssen, führen kleinere Mängel nicht zur Anwendung der 1 %‑Regel, wenn die Angaben insgesamt plausibel sind.5

Hier waren die geführten Fahrtenbücher nicht zu beanstanden, da die Differenzen gering waren und das Finanzamt ein ausdrückliches Angebot zur Nachreichung etwa fehlender Adressen nicht angenommen hatte. Die Ergebnisse eines Routenplaners sind unerheblich, da Routenplaner weder das aktuelle Verkehrsaufkommen noch aktuelle Baustellen berücksichtigen.

 

1     FG Düsseldorf, Urt. v. 7.11.2008, 12 K 4479/07, EFG 2009, S. 324, LEXinform 5008112.

2     § 19 Abs. 1 S. 1. Nr. 1 EStG.

3     § 8 Abs. 2 S. 2 ‑ 4 i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 EStG.

4     u. a. BFH, Urt. v. 9.11.2005, VI R 27/05, BStBl 2006 II, S. 408, LEXinform 5001935.

5     BFH, Urt. v. 10.4.2008, VI R 38/06, BStBl 2008 II, S. 768, LEXinform 0587533.

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